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Vor der Tortur zur Narkose – ein Rückblick

Vor der Tortur zur Narkose – ein Rückblick

Es ist noch keine 160 Jahre her, da bedeutete jeder chirurgische Eingriff für den Patienten eine schier unerträgliche Qual. Narkosemittel gab es nicht, an ihrer statt verabreichten die Ärzte Whiskey, Wein oder auch Marihuana und Opium, um ihren Patienten die schlimmsten Schmerzen während der Operation zu nehmen. Mit begrenztem Erfolg: Oft zogen es die Menschen eher vor, Krankheiten zu erdulden als sich den Qualen eines Eingriffs auszusetzen.

In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts endlich kam der entscheidende Durchbruch für wirksame Narkosemittel. Stickoxydul – allgemein als Lachgas bekannt – später Chloroform und Äther wurden erfolgreich bei Operationen und Zahnextraktionen eingesetzt. Am 16. Oktober 1846 wurde in Boston (Massachusetts) zum ersten Mal ein anästhesierter Patient öffentlich vor einem großen Publikum operiert. Der Erfolg des Eingriffs verbreitete sich in Windeseile über die ganze Welt.

Die begeisternden Entdeckungen zogen zahlreiche weitere Experimente mit Gasen nach sich und auch auf dem Gebiet der lokalen Betäubung wurden Fortschritte gemacht. Die Anästhesie entwickelte sich zu einer eigenen Fachrichtung innerhalb der Medizin. Heute sind an jeder Operation Anästhesisten beteiligt: Sie verabreichen ihren Patienten eine hochkomplexe Mischung aus verschiedenen chemischen Wirkstoffen und Sauerstoff und erzielen damit eine optimale Narkosewirkung. Damit ermöglichen Sie für jeden Patienten einen individuell abgestimmten, schmerzfreien chirurgischen Eingriff.